Auftaktveranstaltung der IG Metall am 10.03.2016 in Sprockhövel   Foto: Range

Das Projekt Arbeit2020+ in NRW

Rasante Veränderung der Arbeitswelt - Mitbestimmung notwendiger denn je

Wie können Betriebsräte die Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Zeiten starker Veränderungsprozesse am besten vertreten? In den Betrieben finden auf vielen Ebenen Transformationsprozesse statt: Energiewende, Klimawandel, neue Produkte, neue Arbeitsprozesse oder ganz neue Geschäftsfelder fordern Interessenvertretungen auf neue Weise. Gegenwärtig forciert die Corona Pandemie die gravierenden Umbruchprozesse zusätzlich.Im Projekt Arbeit 2020+ unterstützen die beteiligten Gewerkschaften seit nunmehr 5 Jahren Betriebsräte in NRW dabei, sich sachkundig in laufende Veränderungsprozesse einzubringen, um passgenaue Antworten für ihren Betrieb zu finden. Passgenau für den Betrieb, aber auch passgenau für die dort Beschäftigten. Industrieller Wandel betrifft Mensch, Organisation und Technik und muss ganzheitlich gestaltet werden.  Gemeinsam mit Betriebsräten, Beschäftigten und Unternehmensvertretern wollen wir nach Lösungen suchen, um auch in Zukunft gute Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen zu realisieren. Dies kann Digitalisierungsprozesse ebenso betreffen, wie die Veränderung von Geschäftsmodellen, neue Arbeits- und Produktionsmethoden u. v. m. Mitbestimmung und gelebte Sozialpartnerschaft sind für die Gestaltung der zukünftigen Arbeitswelt ebenso wie für die Bewältigung der gegenwärtigen Krise erfolgsentscheidend.

An dem gewerkschaftlichen Gemeinschaftsprojekt sind die Gewerkschaften IG Metall NRW, IG BCE Nordrhein, NGG NRW und dem Deutschen Gewerkschaftsbund NRW beteiligt. Seit Januar 2020 ist die IG BAU Rheinland als weitere Gewerkschaft an Bord.

Gefördert durch das Land NRW und den europäischen Sozialfonds
Das Projekt läuft seit Juli 2015 und befindet sich nun in der dritten Projektphase. Das Projekt wird durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds bis Ende 2021 gefördert.

Thematisch und in der Durchführung flexibel

Mit der Erfahrung aus über 60 am Projekt beteiligten Betrieben aus Nordrhein-Westfalen prüfen wir ständig unsere Angebote und passen sie den betrieblichen Bedarfen und externen Anforderungen an.
Neben der Digitalisierung sind weitere Transformationsprozesse für die Zukunftsausrichtung der Betriebe zu bearbeiten. Gleich ob Energiewende, Klimawandel, demografische Herausforderungen oder Mobilitätswende betriebliche Veränderungen erforderlich machen: Betriebe müssen neue Konzepte, neue Strategien, neue Arbeitsweisen entwickeln, zur Sicherung der betrieblichen Standorte. Beschäftigte sollen dabei die Chance erhalten, ihre Kompetenzen frühzeitig in die Veränderungsprozesse einzubringen und ihre Fähigkeiten durch geeignete Qualifizierungsmaßnahmen stetig weiterzuentwickeln.

Beschäftigte und Unternehmensleitung schaffen sich an Flipchart einen Überblick zu unternehmensspezifischen Chancen und Risiken der Digitalisierung

Betriebliche Chancen und Risiken erkennen

Arbeit 2020+ setzt auf einen Dialog von Betriebsrat und Beschäftigten mit dem Management, betrieblichen Experten und Projektverantwortlichen. Teilnehmende Betriebsräte erhalten eine unternehmensspezifische Prozessbegleitung. Diese umfasst:
•    Identifikation und Entwicklung von Möglichkeiten, Veränderungen im Betrieb zu gestalten
•    Neue Formen der Beteiligung von Beschäftigten und betrieblichen Experten
•    Zusammenarbeit mit erfahrenen Beraterinnen und Beratern
•    Betriebsübergreifender Erfahrungsaustausch von Betriebsräten
•    Dialog mit wissenschaftlichen Fachleuten
•    überbetriebliche Qualifizierungsangebote

Ziel ist es, dass die Betriebsräte aktiv an den Veränderungsprozessen mitwirken und Transparenz über die betrieblichen Zukunftsstrategien geschaffen wird. In etwa einem Drittel der bislang vom Projekt begleiteten Betriebe haben sich die Sozialpartner in sog. Zukunftsvereinbarungen mit auf Gestaltungsziele und die Form ihrer gemeinschaftlichen Bearbeitung verbindlich festgelegt.


Erfahren Sie mehr über die Vorgehensweise von Arbeit 2020+ in NRW.

Klarheit über die Veränderungen im Betrieb

Betriebsräte und Unternehmen, die an Arbeit 2020+ teilnehmen, gewinnen im Laufe des Projekts Klarheit über die Veränderungen im Betrieb

Gemeinsam mit ihnen fragen wir nach Chancen und Risiken:
•    Wie verändert sich die Arbeit im Betrieb?
•    Welche Arbeitsplätze und Unternehmensbereiche sind betroffen?
•    Welche Standort- und Beschäftigungsentwicklungen sind zu erwarten?
•    Welche Qualifikationen werden in Zukunft benötigt?
•    Welche Möglichkeiten zur Qualifizierung werden geboten?
•    Ist der Beschäftigtendatenschutz gesichert?
•    Welche Gestaltungsspielräume gibt es, um gute Arbeitsbedingungen zu sichern?


Fragen zu Arbeit 2020+? Wenden Sie sich gerne an unser Projektteam.