Auftaktveranstaltung der IG Metall am 10.03.2016 in Sprockhövel   Foto: Range

Arbeit 2020 in NRW: Digitalisierung gelingt nur mit Mitbestimmung

Wie können Betriebsräte die Interessen von Beschäftigten in Zeiten der Digitalisierung am besten vertreten? Im Projekt Arbeit 2020 in NRW unterstützen Gewerkschaften Betriebsräte dabei, eine passgenaue Antwort für ihren Betrieb zu finden. Denn Industrie 4.0 braucht die Gestaltung von Arbeit 4.0.

Gewerkschaften begleiten Betriebsräte bei Gestaltung von Industrie 4.0

Mit Arbeit 2020 in NRW beraten wir Betriebsräte und Unternehmen dabei, wie sie Digitalisierung in ihren Betrieben so gestalten, dass die Bedürfnisse von Beschäftigten im Zentrum stehen. Dabei geht es darum, Chancen und Herausforderungen klar zu erkennen. Gestartet wurde das Projekt 2015 von den Gewerkschaften

Die Europäischen Union und das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen fördern Arbeit 2020 in NRW finanziell.

Digitalisierung ändert Arbeit in NRW-Industrie: Mitbestimmung nötig

Arbeit 2020 in NRW ist unsere Antwort auf die Tatsache, dass digitale Techniken die Industrie auch in Nordrhein-Westfalen verändern: In der sogenannten Industrie 4.0 verzahnt sich die Produktion mit Informations- und Kommunikationstechnik. Hierdurch wandelt sich der Arbeitsalltag für Beschäftigte. Es entstehen neue Arbeitsabläufe und Qualifikationsanforderungen. Damit die Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auch in einer digitalisierten Industrie berücksichtigt werden, bleiben Mitbestimmung und Mitgestaltung unerlässlich. Nur mit guten Prozessen und einer passenden Arbeitsorganisation wird Industrie 4.0 zum Erfolg. Es sind die Beschäftigten als Fachleute für ihren Arbeitsplatz, die über die Umsetzungsgeschwindigkeit und den Erfolg von Industrie 4.0 mitentscheiden. Klar ist: Industrie 4.0 braucht die Gestaltung von Arbeit 4.0.

Beschäftigte und Unternehmensleitung schaffen sich an Flipchart einen Überblick zu unternehmensspezifischen Chancen und Risiken der Digitalisierung

Durch Prozessbegleitung Chancen und Risiken von Industrie 4.0 erkennen

Arbeit 2020 in NRW setzt auf einen Dialog von Betriebsrat und Beschäftigten mit Management, Technikentwicklern und Projektverantwortlichen. Teilnehmende Betriebsräte erhalten eine unternehmensspezifische Prozessbegleitung. Diese umfasst:

  • Zusammenarbeit mit erfahrenen Beraterinnen und Beratern
  • Identifikation und Entwicklung von Möglichkeiten, Industrie 4.0 zu gestalten
  • Neue Formen der Beteiligung von Beschäftigten und betrieblichen Fachleuten
  • Betriebsübergreifender Erfahrungsaustausch von Betriebsräten
  • Dialog mit wissenschaftlichen Fachleuten
  • Individuelle Qualifizierungsangebote des DGB-Bildungswerks NRW


Ziel ist es, dass die Betriebsräte am Ende des Prozesses eine Zukunftsvereinbarung mit ihrer Unternehmensleitung abschließen. Darin wird der weitere Veränderungsprozess verbindlich festgelegt.

Erfahren Sie mehr über die Vorgehensweise von Arbeit 2020 in NRW.

Digitalisierung: Betriebsräte und Unternehmen gewinnen Klarheit über Situation im eigenen Betrieb

Betriebsräte und Unternehmen, die an Arbeit 2020 in NRW teilnehmen, gewinnen im Laufe des Projekts Klarheit über unternehmensspezifische Auswirkungen der Digitalisierung. Gemeinsam mit ihnen fragen wir nach Chancen und Risiken:

  • Wie verändert sich die Arbeit im Betrieb?
  • Welche Arbeitsplätze und Unternehmensbereiche sind betroffen?
  • Welche Standort- und Beschäftigungsentwicklungen sind zu erwarten?
  • Welche Qualifikationen werden in Zukunft benötigt?
  • Welche Möglichkeiten zur Qualifizierung werden geboten?
  • Ist der Beschäftigtendatenschutz gesichert?
  • Welche Gestaltungsspielräume gibt es, um gute Arbeitsbedingungen zu sichern?

Mehr als 30 Betriebe aus ganz Nordrhein-Westfalen nehmen bereits an Arbeit 2020 in NRW teil. Weitere Betriebsräte und Unternehmen, die Digitalisierung in ihrem Betrieb im Sinne der Beschäftigten gestalten möchten, können sich um eine Teilnahme bewerben, wenn sie die Teilnahmevoraussetzungen erfüllen.

Fragen zu Arbeit 2020 in NRW? Wenden Sie sich gerne an unser Projektteam.